Lesebericht WBVO 2026
Lesebericht Dielenberg 2026
Ein Hitzesommer, wie es in diesem Ausmass noch nie gab beeinflusste auch die Lese 2026.
Über mehrere Monate warteten die Rebbauern und die Reben vergebens auf Wasser. Wenn dann mal Regen angesetzt war und alle sich bereits auf das Gewitter freuten, zog es ohne einen Tropfen am Baselbiet vorbei.
Erstaunlicherweise hatten die alten Riesling-Sylvaner Rebstöcke sehr wenig Mühe mit der anhaltenden Trockenheit. Durch die Trockenheit konzentrierte sich der Zuckergehalt in den Trauben auf.
Schon bald wurde uns bewusst, dass dies eine sehr frühe Ernte geben wird. Bereits Ende August wurden im Durchschnitt 75o Oechsle gemessen.
Jüngere Rebsorten wie der Johanniter, Marechal-Foch, Cab. Jura und auch der Regent kämpften deutlich mehr gegen die Trockenheit an. Obwohl sie zum selben Zeitpunkt auch einen Durchschnitt von 75-76o Oechsle zeigten, gab es beim Reifeprozess einzelner Rebstöcke sehr grosse Unterschiede.
Bereits beim umfärben der Regent Trauben wurden die grossen Unterschiede sichtbar. Einige Trauben zeigten sich noch mehrheitlich grün, während andere schon dunkel rot waren.
Ende August kam endlich der ersehnte Regen, welcher den Reifeprozess der Trauben massiv beschleunigte.
Die Oechslegrade waren längst erreicht und die Trauben reif. Somit hätte die Lese Anfang September starten können. Doch aus organisatorischen Gründen kamen wir in den Konflikt mit dem Dorffest auf dem Lampenberg.
Mit wenig Schlaf und ohne grosse Pause startete die Lese 2026 mit dem Riesling- Sylvaner am Dielenberg direkt nach dem Dorffest am Montag 7. September. Weiter ging es am Freitag 11. September mit den Regent Trauben für den Rosé Wein.
Auf die tolle R-S und Regent Lese, wo es wenig zu söndern gab, folgte am Samstag 12.September die schwierige Johanniter Lese.
Die jungen Johanniter Stöcke mussten im Sommer ums überleben kämpfen. Mit dem Wasser Ende August und der Überreife der Trauben platzen einige Trauben auf und bildeten sehr schnell Essigbeeren.
Aus einzelnen Essigbeeren entstanden ganze Nester und so wurde die Lese der Johanniter ein harter und mühsamer Kampf.
Aufgrund des voranschreitenden Reifeprozess mussten auch die Rotwein Trauben geerntet werden. So wurden die jungen Marechal-Foch und Cab. Jura Trauben für unser neues Cuvee am 11. September und die Regent Trauben am 12. September gelesen.
Nach diesen 3 Lesetagen war die Lese 2026 leider auch schon wieder Geschichte.
Lesedaten 7.09./11.09./12.09.2026
Wie auch schon im August zeigt der Hitzesommer seine Auswirkungen mit hohen Oechslegrade und kleineren Beeren bei der Lese.
Bei allen Rebsorten liegen die Oechsle im Durchschnitt 5-8 Grad höher als noch im Vorjahr.
Obwohl der Regen kurz vor der Ernte für die Trauben ein Segen war, konnten die Reben den grossen Gewichtsrückstand der einzenlen Trauben nicht mehr aufholen. Dies zeigt sich auch bei der Traubenmenge im Vergleich zum letzten Jahr.
Ausser beim Riesling-Sylvaner, bei welchem wir 120kg mehr ernteten, verzeichneten die anderen Rebsorten eine deutliche Gewichtsabnahme im Vergleich zu letztem Jahr. Am deutlichsten ist die Gewichtsabnahme beim Johanniter mit fast 600kg. Dies ist hauptsächlich auf die Trockenheit, die Überreife und den hohen Anteil an faulen Trauben zurück zu führen.
Mit einer kleineren Menge, dafür sehr hohen Oechsle dürfen wir auf eine sehr frühe, dennoch erfolgreiche Lese zurückblicken.
Auch wenn das Rebjahr sich für die Weinbauern dem Ende zuneigt, steigt die Freude und Spannung im Weinkeller um aus dieser tollen Qualität auch einen tollen Wein in die Flasche zu bringen.
Ich bedanke mich recht herzlich bei Euch allen für das tolle Engagement bei der Lese. Auch bei den Lesehelfern der Vereinsreben möchte ich mich herzlich bedanken.
Der Rebwärter Adrian Thommen
Impressionen
Fotos: Weinbauverein Dielenberg














